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Schwindel – Leben aus dem Gleichgewicht

Wer aus einem Volksfestkarussell aussteigt, kennt das Gefühl: Kein Halt mehr, die Füße wacklig, die Umwelt rauscht verschwommen vorbei. Das Karussell dreht sich einfach weiter. Viele Menschen erleben Schwindel- und Gleichgewichtsprobleme auch ohne Volksfestbesuch. Etwa jeder zehnte Patient in deutschen Arztpraxen klagt darüber, jeder vierte Erwachsene erlebt mindestens einmal im Jahr eine Schwindelattacke. Beson­ders oft sind ältere Men­schen betroffen: 30 Prozent der über 65-Jäh­rigen leiden regel­mäßig daran. Er ist ebenso wie Kopf­schmerzen meist ein Alarm­zei­chen des Hirns, also ein Symptom für eine Störung des Gleich­ge­wichts­sys­tems.

Viele Organe und Strukturen im Körper sind beteiligt, damit Menschen Rad fahren oder balancieren können. Ebenso die Augen und die Innenohren mit den Gleichgewichtsorganen. Da reicht es vermutlich meist schon aus, wenn nur eines erheblich oder mehrere dieser Systeme leichte Probleme machen, um Schwindel auszulösen.

Schwindel hat viele Ursa­chen: Bislang sind rund 300 Aus­löser bekannt. Es kommt zu Schwindel, wenn die drei Gleich­ge­wichts­zen­tren im mensch­li­chen Gehirn kein pas­sendes Bild der Umge­bung mehr wie­der­geben können. Die räum­liche Ori­en­tie­rung und die Wahr­neh­mung von Bewe­gungen ver­zerren sich. In der Medizin unter­scheidet man zwei Arten von Schwindel. Der soge­nannte „ves­ti­bu­läre“ Schwindel ent­steht durch ein gestörtes Gleich­ge­wichts­system. Das ist bei­spiels­weise bei Krank­heiten gegeben wie Morbus Menière, Durch­blu­tungs­pro­blemen im Innenohr, einer spe­zi­ellen Art der Migräne sowie Ent­zün­dungen des Gleich­ge­wichts­nervs. Der „nicht ves­ti­bu­läre“ Schwindel hin­gegen hat seinen Ursprung zum Bei­spiel im Blut­hoch­druck, zu nied­rigem Blut­druck sowie Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen oder auch psy­chi­schen Stö­rungen.

Schwindel kommt in ganz ver­schie­denen Formen vor: Er kann plötz­lich und ohne Anzei­chen auf­treten. Manche Atta­cken dauern nur Sekunden, teil­weise bleibt der Schwindel für Stunden oder sogar Tage und Monate bestehen. Wer ständig Schwindel fühlt, leidet an chro­ni­schen Beschwerden. Begleitet wird Schwindel häufig von Übel­keit, Erbre­chen und Ohr­ge­räu­schen, von Ohren­schmerzen sowie Hör­pro­blemen, von Unwohl­sein, Gleich­ge­wichts­stö­rungen, Augen­zit­tern, Schweiß­aus­brü­chen sowie Herz­rasen.

Welche Therapie ist sinnvoll?

Je nach Schwin­del­ur­sache greifen unter­schied­liche The­ra­pien. Diese können physio- oder psy­cho­the­ra­peu­ti­sche sowie medi­ka­men­töse Maß­nahmen umfassen. Oft sind mehrere The­ra­pie­an­sätze gleich­zeitig sinn­voll. Mit kran­ken­gym­nas­ti­schen Übungen lassen sich bei­spiels­weise Gleich­ge­wicht und Gang trai­nieren. Eine Ver­hal­tensthe­rapie kann bei psy­chi­schen oder psy­cho­so­ma­ti­schen Ursa­chen sinn­voll sein, um den Patienten die Angst vor solchen Situationen zu nehmen. Bei hef­tigem Schwindel mit Übel­keit bietet sich eine medi­ka­men­töse Behand­lung an. Die Prä­pa­rate werden kurz­zeitig ein­ge­setzt. Sie wirken beru­hi­gend und dämp­fend auf das Brech­zen­trum im Gehirn sowie auf das Gleich­ge­wichts­zen­trum.

Einen Arzt aufsuchen sollten Patienten in jedem Fall bei länger andauerndem und wiederkehrendem Schwindel.

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