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Reizdarmsydrom – Eine heimliche Volkskrankheit

Viele Menschen leiden an Verdauungsbeschwerden, bei denen sich keine organischen Ursachen feststellen lassen. Meist verbirgt sich dahinter das Reizdarmsyndrom, von dem Frauen annähernd doppelt so häufig betroffen sind wie Männer.

Zu den möglichen Symptomen zählen plötzlich krampfartig auftretende Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung (oft im Wechsel) sowie Blähungen und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Die Beschwerden können tagelang verschwinden und dann plötzlich wieder einsetzen – meist in Verbindung mit Stress. Die Diagnosestellung ist nicht einfach. Zunächst müssen verschiedene organische Ursachen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Herzprobleme oder auch Schilddrüsen-Störungen ausgeschlossen werden. Das Reizdarmsyndrom verkürzt zwar nicht die Lebenszeit, führt jedoch zu einer Einschränkung der Lebensqualität.

Die möglichen Ursachen für einen Reizdarm werden in der reduzierten Eigenbewegung (Peristaltik) und in der hohen Schmerzempfindlichkeit des Darms gesehen. Bei den betroffenen Patienten führt die geringste Belastung des Darms zu Beschwerden. Die ca. 100 Millionen Nervenzellen im Magen-Darm-Trakt sind für die Darmfunktion, die Verdauungsvorgänge und die Ausschüttung verschiedener Verdauungs-Enzyme verantwortlich. Beim Reizdarm sind die Nervenzellen um ein Vielfaches sensibler, was durch Stress, Anspannung oder Aufregung noch verstärkt werden kann und so zu einer Hypersensibilität der Darmnerven führt.

Wirkstoffe, die selektiv auf die Magen- und Darmnerven wirken, gibt es bisher leider nicht. Aus diesem Grund werden in erster Linie Arzneimittel eingesetzt, die eine krampflösende und entblähende Wirkung haben. Ebenso können die Symptome des Durchfalls bzw. der Verstopfung medikamentös beeinflusst werden, so dass es zumindest zu einer kurzzeitigen Linderung der Beschwerden kommt.

Für eine langfristig Besserung und der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität gilt es das ein oder andere zu beachten. Wer betroffen ist, sollte zunächst ein Tagebuch führen, um herauszufinden, wann und in welcher Form sich die Beschwerden äußern. Mit Entspannungstechniken und anderen Möglichkeiten der Stressbewältigung lässt sich schon mal ein Faktor ausschließen. Ebenso regelmäßige Bewegung, sei es durch einen langen Spaziergang, eine Radtour oder sportliche Bewegung.

Eine Umstellung der Ernährung ist ebenfalls ratsam. Halten Sie im Tagebuch fest, wie sie auf die verschiedenen Nahrungsmittel reagieren. Schwer verdauliche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch und Kohlgemüse sollten Sie eher meiden. Haferprodukte und wichtige Ballaststoffe aus Gemüse, Obst und Salat fördern die Verdauung. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und trinken Sie mindestens die empfohlene Tagesmenge von 2-3 Litern pro Tag.

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